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02.07.2007

Neue Biogasanlage liefert umweltfreundliche Energie für den Industriepark Höchst



Einweihungsfeier mit dem hessischen Umweltminister Wilhelm Dietzel – 15-Millionen-Euro-Projekt als industrieller Beitrag zum Klimaschutz

Der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel hat gemeinsam mit Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, den Startschuss für die Inbetriebnahmephase der neuen Biogas-Anlage im Industriepark Höchst gegeben. Infraserv Höchst investiert 15 Millionen Euro in das Projekt.

Mit der mechanischen Fertigstellung des Baus und der damit verbundenen Einweihungsfeier, vergleichbar einem Richtfest bei einem herkömmlichen Gebäude, ist nach der rund zwölfmonatigen Bauphase ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Nun beginnt der Anfahrbetrieb, ehe die Anlage in einigen Monaten pro Tag 30.000 Kubikmeter Biogas produzieren wird. Etwa vier Megawatt Strom und zwei Megawatt Wärme werden dann in die Versorgungsnetze des Industrieparks eingespeist. Pro Jahr werden in der neuen Biogas-Anlage rund 300.000 Kubikmeter Klärschlamm aus dem Industriepark sowie 90.000 Kubikmeter organische Abfälle, so genannte Co-Substrate, verarbeitet. Die in den vergangenen zwölf Monaten im Westteil des Industrieparks entstandene Anlage besteht aus zwei jeweils 30 Meter hohen Fermentern, die jeweils ein Volumen von 11.000 Kubikmetern aufweisen, sowie dem Maschinenhaus, den Blockheizkraftwerke, einer Nitrifikationsstufe und einem Schlammzwischenspeicher.

Der Hessische Minister für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Wilhelm Dietzel: „Ich bin der tiefen Überzeugung, dass die erneuerbaren Energien eine Marktchance für die Industrie darstellen. Darum freue ich mich besonders, die Co-Fermentationsanlage im Industriepark Höchst persönlich mit der Geschäftsführung von Infraserv Höchst einweihen zu können, da hier außerordentlich engagierte Menschen am Werk waren und sind. Das Hessische Umweltministerium hat eine Vielzahl von Initiativen gestartet, um den Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2015 in Hessen auf 15 Prozent zu erhöhen. Wir wollen damit sowohl den Klimaschutz vorantreiben und die Energieversorgungssicherheit gewährleisten als auch regionale Wirtschaftskreisläufe stärken“.

Ressourcenschonende Energieerzeugung

„Mit dem Bau der Biogas-Anlage leisten wir einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, sagte Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst. Aus seiner Sicht sei die Anlage ein gelungenes Beispiel für die Verschmelzung von Energie- und Abfallwirtschaft. „Wir werden diese Möglichkeiten in Zukunft noch konsequenter nutzen müssen, auch im industriellen Bereich. Denn wir müssen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren und gleichzeitig ressourcenschonend Energie erzeugen“, sagte Dr. Mohr, der in diesem Zusammenhang auch auf die geplante Ersatzbrennstoff-Anlage verwies. Infraserv Höchst baut diese Anlage bis 2009, um aus aufbereiteten und heizwertreichen Abfallfraktionen Energie zu erzeugen. Infraserv Höchst stelle sich der Herausforderung, neue Verfahren zur Energieerzeugung zu entwickeln und innovative Wege zu beschreiten, die gleichermaßen ökologische und ökonomische Vorteile bieten.

Die neue Biogas-Anlage leistet nach den Worten von Dr. Mohr auch einen Beitrag zur Stabilisierung der Energiepreise im Industriepark Höchst. Die Betreibergesellschaft des 4,6 Quadratkilometer großen Standortes im Westen von Frankfurt versorgt die rund 90 Chemie-, Pharma- und Biotechnologieunternehmen im Industriepark unter anderem mit Energie. „Die Energiekosten sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere Kunden und müssen daher international wettbewerbsfähig sein“, verdeutlichte Dr. Mohr. Daher sei es ausgesprochen wichtig, dass die eigenen Energieerzeugungskapazitäten mit einer neuen Anlage erweitert werden, die auch unter Kostengesichtspunkten viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Nutzung fossiler Energieträger biete.

Infraserv Höchst entwickelte innovatives Verfahren

Der Dank des Infraserv-Geschäftsführers galt den am Bau der Anlage beteiligten Unternehmen, aber vor allem auch den Experten, die das Verfahren entwickelt haben. Denn die Biogaserzeugung aus Klärschlämmen ist im kommunalen Bereich nicht neu, doch industrielle Klärschlämme waren hierfür bislang ungeeignet. Die Fachleute von Infraserv Höchst konnten ein Verfahren entwickeln, bei dem die in der Abwasserreinigungsanlage des Industrieparks anfallenden Klärschlämme zusammen mit so genannten Co-Substraten, also z.B. Fermentationsrückständen, überlagerten Lebensmitteln oder anderen organischen Abfällen, in Biogas umgewandelt werden.

Das genaue Verfahren erläuterte Frank Stamer, Leiter Verfahrenstechnik im Geschäftsfeld Entsorgung von Infraserv Höchst. So werden die organischen Bestandteile von Klärschlämmen und den Co-Substraten von Bakterien in einem anaeroben Verfahren umgewandelt. „Diese Bakterien werden in den nächsten Monaten gezüchtet“, erläuterte Frank Stamer den Vorgang, den die Fachleute als „Animpfen“ bezeichnen. In die beiden großen Fermenter wird zunächst Faulschlamm aus einer kommunalen Kläranlage eingebracht. Anschließend werden geringe Mengen des Industriepark-Klärschlamms und der Co-Substrate hinzugegeben, damit sich die Bakterien an diese spezifische Zusammensetzung anpassen. „Dieser biologische Vorgang nimmt einige Zeit in Anspruch“, so Stamer. Da zunächst unter anderem auch noch eine Überprüfung der komplexen Prozessleittechnik ansteht, werden noch einige Monate vergehen, bis die neue Biogas-Anlage von Infraserv Höchst komplett in Betrieb gehen kann.


Der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel und Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, gaben den symbolischen Startschuss für die Inbetriebnahmephase der neuen Biogasanlage im Industriepark Höchst. © Infraserv Höchst

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Infraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Höchst. Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit Energien und Medien, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften gehören Infraserv Logistics, Provadis Partner für Bildung und Beratung, der Technikumsdienstleister Technion und Main Autoservice Höchst zur Infraserv-Höchst-Gruppe.

Die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und 150 Auszubildende. Zur Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 2.700 Mitarbeiter und 199 Auszubildende. Im Jahr 2007 erzielte Infraserv Höchst inklusive der Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 901 Millionen Euro.

Der Industriepark Höchst ist Standort für rund 90 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; davon sind noch 50 Hektar frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2007 insgesamt rund 400 Millionen Euro am Standort. Die Summe der Investitionen beträgt seit dem Jahr 2000 etwa 3,1 Milliarden Euro.

Sämtliche Pressemitteilungen und -fotos von Infraserv Höchst gibt es auch im Internet unter www.infraserv.com. Die Rufnummer der Presse-Hotline lautet: 069 305-5413.



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