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Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst
Übergabe des Bescheides an die T2C GmbH Anlage geht 2009 in Betrieb
Das Regierungspräsidium Darmstadt hat den Bau der Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst genehmigt. Regierungspräsident Gerold Dieke überreichte den Genehmigungsbescheid am Freitag, 29. Februar, an Rolf Hauerwas und Dr. Marcell Peuckert, Geschäftsführer der Thermal Conversion Compound Industriepark Höchst GmbH (T2C). Das Unternehmen, an dem die Industriepark-Betreibergesellschaft Infraserv Höchst maßgeblich beteiligt ist, wird die Anlage betreiben.
Ein zukunftsweisendes Projekt wird Realität, erklärt Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, aus dessen Sicht die Genehmigungsfähigkeit der Anlage nie in Frage stand. Die heute ergangene Betriebsgenehmigung gemäß Paragraph 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bestätigt die Einschätzung der Behörde, die bereits bei der Zulassung des vorzeitigen Baubeginns nach Paragraph 8 a im Mai letzten Jahres keine grundsätzlichen Hinderungsgründe für eine Genehmigung gesehen hatte, da von der Anlage keine schädlichen Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt ausgehen, so Dr. Mohr. Wir werden die Details der Genehmigung jetzt sorgfältig prüfen.
Die Ersatzbrennstoff-Anlage entsteht derzeit im Südteil des Industrieparks und wird Mitte nächsten Jahres in Betrieb gehen. Durch die thermische Verwertung von Ersatzbrennstoffen (EBS), bei denen es sich um aufbereitete und besonders heizwertreiche Fraktionen von Haus- und Gewerbeabfällen handelt, werden Strom und Dampf für die im Industriepark Höchst ansässigen Unternehmen erzeugt.
Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte bereits im Mai vergangenen Jahres den vorzeitigen Baubeginn gemäß Paragraph 8a des Bundesimmissionsschutzgesetzes zugelassen. Daraufhin konnte die T2C GmbH mit der Errichtung der Fundamente und der Gebäude beginnen.
Dr. Roland Mohr: Eckpfeiler des Energiekonzeptes für den Standort
In der Ersatzbrennstoff-Anlage werden bis zu 250 Tonnen Dampf pro Stunde beziehungsweise 70 Megawatt elektrische Leistung produziert Energie, die im Industriepark Höchst angesichts der dynamischen Entwicklung des Standortes mit den rund 90 Unternehmen und 22.000 Mitarbeitern benötigt wird. Die Ersatzbrennstoff-Anlage ist ein Eckpfeiler unseres ganzheitlichen Energieversorgungskonzeptes, verweist Dr. Roland Mohr auf den innovativen Energiemix, der neben der Nutzung fossiler Brennstoffe auch regenerative Energiequellen wie Biogas beinhaltet. Die Verwertung heizwertreicher Abfälle, die auf dem heimischen Markt verfügbar sind und anders als fossile Energieträger nicht importiert werden müssen, ergänzt dieses Energieversorgungskonzept. Dabei liegen die ökologischen Vorteile dieser vom Gesetzgeber vorgeschriebenen thermischen Verwertung der Ersatzbrennstoffe in der Reduzierung des Bedarfs an Kohle, Gas und Öl sowie des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes. Außerdem wird wertvoller Deponieraum geschont. Infraserv Höchst erweitert mit dem Bau der Ersatzbrennstoff-Anlage die eigenen Energieerzeugungskapazitäten im Industriepark und kann den Kunden weiterhin Energie zu wettbewerbsfähigen Konditionen liefern, was gerade für die produzierenden Chemie- und Pharmafirmen von großer Bedeutung ist. Dabei sorgt die Kraft-Wärme-Kopplung für einen besonders hohen Energieausnutzungsgrad: Da die Unternehmen im Industriepark Strom und Dampf benötigen, kann die Wärme, die bei vielen Kraftwerken ungenutzt entweicht, im Industriepark Höchst sinnvoll genutzt werden. Auf diese Weise werden entsprechend große Mengen fossiler Brennstoffe eingespart.

Regierungspräsident Dr. Gerold Dieke (Mitte) übergab den Genehmigungsbescheid im Beisein von Jürgen Vormann (rechts) und Dr. Roland Mohr (links), Geschäftsführer von Infraserv Höchst, an Rolf Hauerwas (2. v.r.) und Dr. Marcell Peuckert, Geschäftsführer der Thermal Conversion Compound Industriepark Höchst GmbH. © Infraserv Höchst, 2008 © Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, 2008
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Infraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Höchst. Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit Energien und Medien, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften gehören Infraserv Logistics, Provadis Partner für Bildung und Beratung, der Technikumsdienstleister Technion und Main Autoservice Höchst zur Infraserv-Höchst-Gruppe.
Die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und 150 Auszubildende. Zur Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 2.700 Mitarbeiter und 199 Auszubildende. Im Jahr 2007 erzielte Infraserv Höchst inklusive der Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 901 Millionen Euro.
Der Industriepark Höchst ist Standort für rund 90 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; davon sind noch 50 Hektar frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2007 insgesamt rund 400 Millionen Euro am Standort. Die Summe der Investitionen beträgt seit dem Jahr 2000 etwa 3,1 Milliarden Euro.
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