Pressemeldungen
Infraserv Höchst stellt Ersatzbrennstoff-Anlage vor
Erörterungstermin bietet Gelegenheit zum Dialog Umweltfreundliche Energieerzeugung bietet viele Vorteile
Der geplante Bau einer Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst ist Gegenstand des Erörterungstermins, den das Regierungspräsidium Darmstadt als zuständige Genehmigungsbehörde anberaumt hat. Drei Tage lang hatten interessierte Bürger, benachbarte Kommunen sowie Umweltverbände und Träger öffentlicher Belange im Titus-Forum des Nordwestzentrums die Gelegenheit, ihre im Zuge des Genehmigungsverfahrens vorgebrachten Einwände zu erläutern. Nach der Vorstellung des Projektes beantworteten Vertreter des Regierungspräsidiums und von Infraserv Höchst Fragen. Dabei wurden die einzelnen Punkte zum Teil sehr ausführlich erörtert. Der Erörterungstermin ist nicht nur ein genehmigungsrechtlich vorgeschriebenes Prozedere, sondern er bietet vor allem auch die Chance zum Dialog, so Dr. Harald Noichl, der als Leiter der Genehmigungs-Abteilung von Infraserv Höchst das gesamte Verfahren begleitet. Wir nehmen die Einwendungen der Bürger aus der Nachbarschaft, aber natürlich auch der Bürgerinitiativen und Kommunen sehr ernst und nutzen gern die Gelegenheit, im Rahmen des Erörterungstermins Missverständnisse auszuräumen und komplexe Sachverhalte zu erläutern.
Die EBS-Anlage wird keine Müllverbrennungsanlage
So verdeutlichte Dr. Harald Noichl eingangs den Unterschied zwischen der geplanten Ersatzbrennstoff-Anlage und herkömmlichen Müllverbrennungsanlagen, in denen Haus- und Gewerbeabfälle unsortiert verbrannt werden. Dagegen handelt es sich bei den Ersatzbrennstoffen um sortierte und aufbereitete sowie trockene und heizwertreiche Fraktionen von Haus- und Gewerbeabfällen. Diese dürfen seit 1. Juni 2005 gemäß der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) nicht mehr deponiert werden. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Reststoffe, die nicht stofflich verwertet werden, aufgrund ihres hohen Energiegehaltes thermisch verwertet und somit sinnvollerweise zur Erzeugung von Strom und Dampf genutzt werden, verdeutlichte Dr. Noichl die gesetzlichen Rahmenbedingungen.
In der Ersatzbrennstoff-Anlage werden keine Abfälle unsortiert verbrannt, deren Sammlung über den Gelben Sack erfolgt. In den Aufbereitungsanlagen der Ersatzbrennstoff-Lieferanten werden die stofflich verwertbaren Bestandteile von Haus- und Gewerbeabfällen zunächst aussortiert, ehe die stofflich nicht verwertbaren, aber heizwertreichen Fraktionen zu spezifizierten Ersatzbrennstoffen aufgearbeitet werden. Nur diese Teile des Siedlungs- und Gewerbeabfalls werden in der Ersatzbrennstoff-Anlage thermisch verwertet.
Im Industriepark Höchst macht der Bau einer solchen Anlage Sinn, da hier Strom und Dampf gleichermaßen vor Ort genutzt werden können. Während bei herkömmlichen Kohlekraftwerken die Wärme nahezu ungenutzt entweicht, wird diese im Industriepark Höchst direkt in das Rohrleistungsnetz des Standortes eingespeist und den Unternehmen in Form von Prozessdampf zur Verfügung gestellt. Daher ist der Brennstoffnutzungsgrad des von Infraserv Höchst betriebenen Kraftwerks mit rund 90 Prozent deutlich höher als bei reinen Stromkraftwerken, die in der Regel nur 40 bis 45 Prozent erreichen. Das heißt: Viel Strom und Dampf bei möglichst geringem Brennstoffeinsatz. Auf diese Weise können fossile Energieträger wie Kohle oder Erdgas eingespart werden. Der Bau einer Ersatzbrennstoffanlage im Industriepark Höchst macht also unter ökologischen Gesichtspunkten gleich mehrfach Sinn: Die gesetzlich vorgeschriebene Verbrennung von Ersatzbrennstoffen spart Deponieraum und fossile Brennstoffe, und durch die im Industriepark Höchst mögliche Nutzung der Wärme wird der Energieinhalt der Ersatzbrennstoffe optimal ausgenutzt.
300 Millionen Euro Investitionsbudget 40 neue Arbeitsplätze
Das Investitionsbudget für den Bau der Anlage beläuft sich auf 300 Millionen Euro. Mit der für 2009 geplanten Inbetriebnahme der Anlage werden rund 40 neue Arbeitsplätze entstehen.
Ersatzbrennstoff-Anlagen müssen gebaut werden, da die Kapazitäten für die gesetzliche vorgeschriebene thermische Verwertung der Materialien bundesweit nicht ausreichen. Derzeit liegen über 5,5 Millionen Tonnen Ersatzbrennstoffe auf Halde. Der Bau der Anlage im Industriepark Höchst, in dem die für den Betrieb erforderliche Infrastruktur vorhanden ist, erhöht also auch die dringend benötigten Verwertungskapazitäten in der Region.
Infraserv Höchst verfolgt mit dem Bau der Anlage das Ziel, die eigenen Energieerzeugungskapazitäten im Industriepark Höchst zu erweitern, um auf diese Weise unabhängiger von den Energiemärkten zu werden. Denn Energiekosten sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für produzierende Unternehmen. Die EBS-Anlage trägt entscheidend dazu bei, dass der Industriepark Höchst weiterhin im internationalen Standortwettbewerb attraktiv ist und neue Investitionen möglich werden, mit denen die Schaffung und die Sicherung von Arbeitsplätzen verbunden ist.
70 Megawett elektrische Leistung bzw. 250 Tonnen Dampf pro Stunde
Die EBS-Anlage wird eine Kapazität von 675.000 Jahrestonnen haben und etwa 70 Megawatt elektrische Leistung beziehungsweise 250 Tonnen Dampf pro Stunde in das Netz des Standortes einspeisen. Errichtet wird die Anlage im Südwesten des Industrieparks. Die Anlieferung der Ersatzbrennstoffe wird über ein separates Tor erfolgen. Aufgrund der guten Autobahnanbindung entsteht somit keine zusätzliche Verkehrsbelastung für die benachbarten Kommunen. Es ist von 200 bis 240 Lkw pro Tag auszugehen. Von dem Betrieb der Anlage wird keine relevante Lärmbelästigung für die umliegenden Wohngebiete ausgehen. Durch technische Maßnahmen zur Geruchsminderung kann auch eine Geruchsbelästigung weitestgehend ausgeschlossen werden.
Die Anlage entspricht dem neuesten Stand der Technik, so dass die nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz definierten strengen Emissionsgrenzwerte, die Grundlage für die Genehmigung sind, eingehalten beziehungsweise unterschritten werden. Diese Grenzwerte stellen sicher, dass für die Bevölkerung und die Umwelt Vorsorge vor schädlichen Umwelteinwirkungen getroffen wird. Allerdings ergibt sich aus der Immissionsprognose bei der Stickoxidbelastung rechnerisch an einem Beurteilungspunkt in Frankfurt-Höchst kurzfristig eine Überschreitung. Mittel- und langfristig ist allerdings davon auszugehen, dass auch für die Stickoxide die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und negative gesundheitliche Auswirkungen ausgeschlossen sind, da die in der Immissionsprognose errechneten Werte für die Zusatzbelastung im realen Anlagenbetrieb nicht ausgeschöpft werden.
Zirkulierende Wirbelschicht
Bei der Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst wird die Technologie der zirkulierenden Wirbelschicht eingesetzt. Die Ersatzbrennstoffe werden in ein glühendes, zirkulierendes Wirbelbett aus Quarzsand eingetragen, das mithilfe von Düsen und heißer Luft aufgewirbelt wird. Diese Technologie garantiert einen hohen Ausbrand, da sich die feinen, glühendheißen Sandpartikel mit den Ersatzbrennstoffen und der Verbrennungsluft durchmischen und ein intensiver Wärmeübergang erfolgt. Die Mindesttemperatur im Brennraum beträgt 850 Grad Celsius.
Weitere Informationen zur Ersatzbrennstoff-Anlage
Infraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Höchst. Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit Energien und Medien, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften gehören Infraserv Logistics, Provadis Partner für Bildung und Beratung, der Technikumsdienstleister Technion und Main Autoservice Höchst zur Infraserv-Höchst-Gruppe.
Die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und 150 Auszubildende. Zur Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 2.700 Mitarbeiter und 199 Auszubildende. Im Jahr 2007 erzielte Infraserv Höchst inklusive der Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 901 Millionen Euro.
Der Industriepark Höchst ist Standort für rund 90 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; davon sind noch 50 Hektar frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2007 insgesamt rund 400 Millionen Euro am Standort. Die Summe der Investitionen beträgt seit dem Jahr 2000 etwa 3,1 Milliarden Euro.
Sämtliche Pressemitteilungen und -fotos von Infraserv Höchst gibt es auch im Internet unter www.infraserv.com. Die Rufnummer der Presse-Hotline lautet: 069 305-5413.
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