Pressemeldungen
Informative Diskussion um die EBS-Anlage
Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr und Anlagen-Gegner im kritischen Dialog 300 Besucher bei der Infraserv-Veranstaltung
Die Resonanz war erfreulich: Rund 300 interessierte Bürger besuchten am Montag, 14. Mai, die Informationsveranstaltung zum Thema EBS-Anlage im Industriepark Höchst, zu der Infraserv Höchst in das Bildungs- und Kulturzentrum Höchst geladen hatte. Neben Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr saßen mit Thomas Schlimme von der Bürgerinitiative Höchster Schnüffler un’ Maagucker sowie Sieghard Pawlik von der Bürgerinitiative Sindlingen auch zwei Kritiker des geplanten Projektes am Podium, so dass sich eine kontroverse und für die Bürger sehr informative Diskussion entwickelte, bei der viele Argumente ausgetauscht wurden.
So bestand bei allen Meinungsunterschieden Einigkeit, als der souveräne Moderator Dr. Rudolf Hartleib die drei Protagonisten nach fast dreistündiger Diskussion um eine abschließende Stellungnahme bat. Ein Dank an Herrn Dr. Mohr, dass dieser Dialog stattfinden konnte, sagte Thomas Schlimme, der ebenso wie Sieghard Pawlik und Dr. Mohr auch den anwesenden Bürger für deren Teilnahme dankte. Der Infraserv-Geschäftsführer war mit dem Verlauf der Veranstaltung ebenfalls sehr zufrieden: Ich empfand es als sehr positiv, wie im direkten Dialog die umstrittenen Punkte umfassend erörtert werden konnten. Sicherlich sind einige Missverständnisse und Falschdarstellungen ausgeräumt worden.
Versorgungssicherheit und ökologische Vorteile
Dr. Mohr stellte das Projekt eingangs kurz vor und erläuterte die Notwendigkeit, die Energieerzeugungskapazitäten im Industriepark Höchst auszubauen, da die Versorgungssicherheit der rund 90 Unternehmen derzeit nicht hundertprozentig gewährleistet werden kann. Bei der Dampfversorgung gibt es etwa sechs Wochen pro Jahr einen Versorgungsengpass, so dass ein technischer Defekt zu gezielten Stilllegungen führen würde. Infraserv Höchst entschied sich bei der Frage der Energieerzeugungsmethode für die Verwertung von Ersatzbrennstoffen, da diese gesetzlich vorgeschrieben ist und in Deutschland Verwertungskapazitäten fehlen. Anders als bei Gas und Kohle besteht keine Importabhängigkeit, die Marktpreise sind stabil und die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emmissionen fallen deutlich geringer aus als bei fossilen Energieträgern. Die Nutzung von Ersatzbrennstoffen bietet ökologische Vorteile, erklärte Dr. Mohr, der betonte, dass die geplante Anlage nach dem neuesten Stand der Technik errichtet wird und alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten beziehungsweise im Betrieb unterschritten werden. Dr. Mohr ging auch auf die Stickstoffdioxid-Belastung ein, da die Immissions-Grenzwerte an einem Messpunkt in Höchst derzeit überschritten werden. Hierzu verwies er auf den Luftreinhalteplan der Stadt Frankfurt, der verschiedene Maßnahmen vorsehe. Für die von der geplanten EBS-Anlage ausgehende Zusatzbelastung sieht das Genehmigungsverfahren einen Irrelevanzwert vor, der im Betrieb deutlich unterschritten werde. Dr. Mohr erläuterte auch, dass die geplante Anlage besonders effizient sei und durch den hohen Energieausnutzungsgrad entsprechend große Mengen fossiler Brennstoffe eingespart werden. Auch die gute Logistik-Anbindung war ein Thema seines Vortrages.
Hauptargument Mülltourismus
Die Logistik spielte bei den Argumenten der Anlagengegner eine zentrale Rolle. So beharrte Sieghard Pawlik immer wieder auf der Darstellung, dass die Ersatzbrennstoffe für die Anlage aus ganz Europa nach Höchst transportiert würden. Dr. Mohr stellte mehrfach klar, dass lediglich Verträge mit deutschen EBS-Lieferanten abgeschlossen wurden, deren Sammelgebiete in Deutschland liegen und deren Sortieranlagen sich in einem Umkreis von 150 Kilometer um den Industriepark Höchst befinden. Allerdings sehen die Verträge keine Klauseln vor, die die Anlieferung von EBS-Material aus dem Ausland ausdrücklich verbieten. Diese wahrheitsgemäße Darstellung seitens Infraserv werde leider fälschlicherweise immer wieder so interpretiert, dass die EBS-Materialen auch aus dem Ausland kommen. Es gibt in Deutschland auch langfristig genügend EBS-Material, da machen lange Transportwege für die Lieferanten überhaupt keinen Sinn, stellte Dr. Mohr klar. Der Befürchtung eines Bürgers, die Lkw könnten durch Kelsterbach fahren, trat Dr. Mohr eindeutig entgegen: Es fährt kein EBS-Transporter durch Kelsterbach. Wir haben in den Verträgen mit den Lieferanten festgelegt, dass der Transport ausschließlich über Fernstraßen erfolgt.
Die Verfügbarkeit von Ersatzbrennstoffen wurde insbesondere von Sieghard Pawlik mehrfach in Frage gestellt. Dabei bezog er sich in erster Linie auf Informationen eines Abfallwirtschaftsunternehmens ein Umstand, der von einer Fragestellerin kritisch hinterfragt wurde, da dieses Unternehmen sicherlich eigene Interesse verfolgt und eine Konkurrenzsituation durch die neue Anlage fürchtet. Thomas Schlimme bezweifelte, dass die Marktsituation bei den Ersatzbrennstoffen langfristig stabil sein werde. Dr. Roland Mohr wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Auslastung der Anlage bereits durch langfristige, über 10 bis 15 Jahre laufende Verträge mit EBS-Lieferanten gesichert sei. Trotz der insgesamt rückläufigen Müllmengen und höherer Verwertungsquoten sei auch auf lange Sicht kein Engpass bei den Ersatzbrennstoffen zu befürchten.
Mehrere Bürger äußerten sich besorgt hinsichtlich der Schadstoffbelastung, die von der Anlage ausgeht. Wir halten die Grenzwerte der 17. Bundesimmissionsschutz-Verordnung sicher ein, und das sind die strengsten Grenzwerte Europas, entgegnete Dr. Roland Mohr. Er machte auch deutlich, dass gerade die Stickoxid-Belastung in Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet erwiesenermaßen in erster Linie auf die Verkehrsemissionen zurückgeht und nur zu 10 bis 15 Prozent auf industriellen Aktivitäten basiert. Der Industriepark hat die Stickoxid-Emissionen in den letzten Jahren und Jahrzehnten um 98 Prozent reduziert, erklärte der Infraserv-Geschäftsführer.
Infraserv kündigt Verbesserung bei Geruchsbelästigung an
Zugeständnisse musste Dr. Mohr bei einem anderen Thema machen, dass insbesondere den Sindlingern unter den Nägeln brennt. Der Gestank bei uns ist unerträglich, und darum lehnen wir auch die neue Anlage ab, beschwerte sich eine Bürgerin, aus deren Wortbeitrag der Zusammenhang zwischen den Geruchsbelästigungen und dem Widerstand gegen die Ersatzbrennstoff-Anlage deutlich wurde. Ich bedauere es persönlich sehr, dass dieses Thema trotz der Anstrengungen in den letzten Jahren immer noch absolut unbefriedigend für die Sindlinger Bürger ist, sagte der Infraserv-Geschäftsführer. Dr. Mohr bekräftigte, dass alles für eine Verbesserung der Situation getan werde, und verwies dabei nicht nur auf die seit rund drei Monaten laufenden Geruchsmessungen, sondern die daraus resultierenden Schritte. Wir werden sehr zeitnah konkrete Maßnahmen umsetzen. Das wird einige Zeit dauern, deswegen kann ich Ihnen noch keine Verbesserung für die bevorstehenden Sommermonate versprechen, aber es wird sich etwas tun.
Projekt mit Bedeutung für den Industriepark
Es gab viele kritische Wortbeiträge, doch auch die Befürworter der Anlage machten ihre Haltung deutlich. An diesem Projekt hängen viele Arbeitsplätze, nicht nur die 40, die direkt mit dem Bau der Anlage entstehen, sagte eine Betriebsrätin von sanofi-aventis. Jürgen Glaser von der IG BCE machte deutlich, dass der Bezirksvorstand der Gewerkschaft das Projekt ausdrücklich begrüßt. Die Anlage hat eine Schlüsselfunktion für die Attraktivität des Standortes, deshalb gibt es da beschäftigungspolitisch keine Alternative, sagte Jürgen Glaser. Frank Niebergall, Vorsitzender des Infraserv-Betriebsrates, wies auch auf die Bedeutung der Anlage für die künftige Entwicklung hin. Er betonte auch, dass die Anlage nach dem neusten Stand der Technik gebaut und von kompetenten, hochqualifizierten Mitarbeiter betrieben werde, die auch den umweltgerechten Anlagenbetrieb gewährleisten. Bei allem Verständnis für die Belange der Anwohner, aber unser aller Müll muss doch irgendwo verbrannt werden und im Industriepark Höchst brauchen die Unternehmen den Dampf, argumentierte Niebergall.
Argumente, die nur bedingt fruchteten. So räumte Thomas Schlimme zwar ein, dass der Energiebedarf im Industriepark den Ausbau der Erzeugungskapazitäten erforderlich mache. Doch kein Mensch zwingt Infraserv, Strom aus Müll zu erzeugen, lautete ein seiner Thesen. Müllverbrennung ist unbestritten sinnvoll, sagte Sieghard Pawlik den Industriepark als Standort einer EBS-Anlage lehnt er dennoch ab.
Bei einigen der interessierten Bürger dürften die Gründe, die für den Bau der Anlage sprechen, zumindest einen Teil der Bedenken entkräftet haben. Somit war die Veranstaltung aus Sicht von Infraserv Höchst ausgesprochen erfolgreich. Ich möchte den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und vor allem mit den Nachbarn des Industrieparks auf jeden Fall fortsetzen, resümierte Dr. Mohr. Mir hat der heutige Abend gezeigt, dass die Menschen Sorgen und Ängste haben, die wir als Unternehmen sehr ernst nehmen, die allerdings in Bezug auf die geplante Anlage unbegründet sind. Wir sind jetzt unter anderem gefordert, andere Probleme, die ausschlaggebend für die kritische Haltung der Nachbarn sind, in den Griff zu bekommen und dadurch auch das Vertrauen der Menschen wieder zurückzugewinnen. Ich bin sicher, dass uns das gelingen wird.

Diskutierten über die geplante Ersatzbrennstoffanlage: Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr (links), Thomas Schlimme von der Bürgerinitiative Schnüffler un’ Maagucker /(Zweiter von rechts) und Sieghard Pawlik von der Sindlinger Bürgerinitiative (rechts). Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Rudolf Hartleib. © Infraserv Höchst
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Etwa 300 Bürger folgten der Einladung von Infraserv Höchst zu der Informationsveranstaltung. © Infraserv Höchst
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Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr erläuterte das Projekt und stellte sich den Fragen der Bürger. © Infraserv Höchst
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Infraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie, Pharma und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Höchst. Infraserv Höchst versorgt Unternehmen mit Energien und Medien, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Flächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften gehören Infraserv Logistics, Provadis Partner für Bildung und Beratung, der Technikumsdienstleister Technion und Main Autoservice Höchst zur Infraserv-Höchst-Gruppe.
Die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und 150 Auszubildende. Zur Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 2.700 Mitarbeiter und 199 Auszubildende. Im Jahr 2007 erzielte Infraserv Höchst inklusive der Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 901 Millionen Euro.
Der Industriepark Höchst ist Standort für rund 90 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; davon sind noch 50 Hektar frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2007 insgesamt rund 400 Millionen Euro am Standort. Die Summe der Investitionen beträgt seit dem Jahr 2000 etwa 3,1 Milliarden Euro.
Sämtliche Pressemitteilungen und -fotos von Infraserv Höchst gibt es auch im Internet unter www.infraserv.com. Die Rufnummer der Presse-Hotline lautet: 069 305-5413.
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