Alles über Dach und Fach

Eine eigene Fachabteilung für jedes Wetter

Im Industriepark Höchst ist Claus Fischer der Herr der Dächer. Sein Reich umfasst sage und schreibe einen kompletten Quadratkilometer Dachfläche – verteilt auf 800 Gebäude. Für deren Instandhaltung ist Fischer als Fachplaner zuständig.

Es gibt hier kein Dach, auf dem ich nicht schon gestanden habe. Und wir haben hier die unterschiedlichsten Dachtypen für die unterschiedlichsten Anforderungen.

Claus Fischer, Infraserv Höchst / Facilities Services, gelernter Dachdeckmeister

Vom denkmalgeschützten Verwaltungsgebäude aus der Gründerzeit bis hin zum Neubau mit begrünter Dachfläche – bei einer Million Quadratmetern ist eigentlich immer irgendwo Baustelle. 30 Jahre hält ein Dach im Schnitt, aber das ist ein rein statistischer Wert. Schließlich muss ein Dach erheblich komplexere Anforderungen erfüllen, als nur Schnee und Regen draußen zu halten.

Die Wärme drinnen halten zum Beispiel: Die meiste Energie verliert ein Gebäude nach oben hinaus. Energetische Dachsanierungen stehen deshalb gerade hoch im Kurs – der Umwelt zuliebe, aber durchaus auch aus wirtschaftlichen Gründen. Nicht nur eine zeitgemäße Isolierung muss her; in vielen Fällen kann eine moderne Wärmerückgewinnung die Betriebskosten deutlich senken. Und das, obwohl der Strom im Industriepark dank eigenem Kraftwerk immer noch so günstig ist, dass nur wenige Bauherren Photovoltaik ins Auge fassen.

Jede Dachsanierung beginnt mit einer Bestandsaufnahme, die mit eigenem Vorplanungsangebot zur Bestandsaufnahme abgerechnet wird. „Denn erst, wenn wir wissen, in welchem Zustand sich die Dachfläche aktuell befindet, können wir eine seriöse Kalkulation erstellen“, sagt Fischer. Zur Bestandsaufnahme gehört auch eine umfassende Beratung, bei der ein Kompromiss erarbeitet wird zwischen dem, was der Kunde will und was er aus Sicht der Dachexperten braucht.

Ein wichtiges Thema sind eventuelle Altlasten. Gerade Dächer aus den 60er-Jahren und davor sind zu 80 % kontaminiert. Zum Glück verfügt Infraserv Höchst über eigene Schadstofflabore , um Proben ohne Zeitverlust auszuwerten und die Belastung zu messen.

  • Dächer enthalten häufig Asbest und krebserregende PAKs.
  • Aber auch Korkisolierungen dünsten zum Beispiel Phenolharze aus, ältere Platten bestehen aus „Teerkork“, was besondere Maßnahmen beim Rückbau sowie bei der anschließenden Entsorgung erfordert.
  • Ältere Dächer, die schon mehrmals nachgebessert worden sind, sind auch anderweitig schwierig abzutragen.
  • 9 mm Bitumen reichen an und für sich, um das Dach dicht zu machen. Eine solche Schicht kann man noch problemlos mit einem Teppichmesser in transportfähige Stücke zerteilen. Aber bei manchen Gebäuden finden die Sanierer bis zu 80 mm vor – da muss man schon mit einer Maschine zu Werke gehen.

Infraserv-Labor zur Analyse von Schadstoffen

Unter der Dachhaut wartet die Tragekonstruktion immer wieder mit Überraschungen auf. Je nachdem, was in dem betreffenden Gebäude hergestellt wird, können produktions-spezifische Emissionen bestimmte Materialien stärker angreifen als andere. Die Dächer vieler moderner Industriegebäude ruhen auf Stahl- oder Aluminiumkonstruktionen. In einigen Fällen jedoch sollte auch ein nagelneuer Dachstuhl immer noch aus Holz gebaut werden. Hier ist die Kompetenz unserer Planer gefragt, die genau beurteilen können, welche chemischen Prozesse unter dem Dach stattfinden.

Speziell Industriegebäude stellen besondere Herausforderungen, wenn es um die Dichtigkeit geht. Unzählige Rohrleitungen und Lüftungsschächte gehen durchs Dach. Hinzu kommen solche fundamentalen Brandschutzeinrichtungen wie die Lüftungsklappen zur Rauchableitung. Aber jede Durchdringung der Dachhaut ist aus Sicht des Dachdeckers erst einmal eine Schwachstelle, durch die Feuchtigkeit eindringen kann. Gerade bei Laborgebäuden mit Reinräumen und anderen sensiblen Raum-in-Raum-Konzepten ist es daher sinnvoll, nochmal eine eigens eingehauste Technikzentrale auf das Dach zu setzen. Die erleichtert obendrein die Wartung der darin befindlichen Anlagen – kein Wartungstechniker muss auf einem nassen Dach herumklettern.

Arbeitssicherheit hat für Infraserv höchste Priorität

Apropos herumklettern: Arbeitssicherheit ist von allergrößter Bedeutung. Während man sich früher gern auf bergsteigerisches Anseilen verließ – jedes Dach war mit Haltepunkten in regelmäßigen Abständen ausgestattet – kommt heute während der Bauarbeiten grundsätzlich ein Geländer an alle Absturzkanten. Dazu gehören beispielsweise auch Lichtkuppeln – auch ins Gebäude hinein kann man vom Dach stürzen. Anders als beim 08/15-Wohnhaus werden Industriedächer nicht nur von Zimmerleuten, Dachdeckern und Schornsteinfegern begangen, bei denen Höhensicherheit zum Berufsbild gehört. Auch Elektriker, Lüftungsbauer und andere „Zivilpersonen“ müssen regelmäßig dort hinauf. Wenn es nach Fischer ginge, wäre deshalb ohnehin jedes Dach mit fest installierten Geländern ausgestattet. Aber da spielt in manchen Fällen der Denkmalschutz nicht mit.

Übrigens braucht auch ein Flachdach eine durchgängige Neigung, damit Wasser abfließen kann. Große Flächen neigen mit der Zeit dazu, durchzuhängen – eine Alterungserscheinung, die man mit dem bloßen Auge unter Umständen gar nicht sofort sieht. Dies kommt besonders bei Dächern vor, die statisch ausgereizt sind oder sehr hohe Spannweiten aufweisen. Sehen tut man das oft erst, wenn nach einem Regenguss Pfützen stehen bleiben, weil das Wasser keinen Abflussweg mehr findet. Die Lösung: 3D-CAD-Scans erleichtern nicht nur die Feinmessung solcher Abweichungen. Auch die Planung eines neuen Dachs wird erheblich leichter und zuverlässiger, wenn man sämtliche Aufbauten und Abflussrichtungen von vornherein aus allen Blickwinkeln visualisieren kann.

Dass sämtliche Sanierungsarbeiten stattfinden, während unten selbst unter Reinraumbedingungen die Produktion ungestört weiterläuft, ist für Fischer selbstverständlich. Höchste Flexibilität ist schließlich das, was alle Serviceabteilungen von Infraserv Höchst auszeichnet. Als Generalplaner leistet Infraserv Inspektion, Bestandsaufnahme, Beratung und Bauleitung – alles aus einer Hand. Deshalb kommen in letzter Zeit auch immer mehr Anfragen von außerhalb des Industrieparks.

„Natürlich sind wir froh über jeden Neukunden, der uns sein Vertrauen schenkt,“ sagt Fischer. Aber einen Vorteil hat sein quadratkilometer-großes Heimterritorium natürlich schon: „Hier im Industriepark bin ich in einer Viertelstunde persönlich auf jedem Dach, wenn’s drauf ankommt.“

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